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Archiv vom April 2003
Aus der Zeitschrift isreport zitiert:
Wöchentliches Update für mehr Kundenzufriedenheit Planung verschifft frische Früchte
Unternehmen wie Dole sorgen dafür, dass Verbraucher das ganze Jahr
überBananen, Ananas, Grapefruits oder Trauben kaufen können. Damit bei
über 1 200 Frischfruchtartikeln Angebot und Nachfrage auch bei markt-
oder anbaubedingten Angebotsschwankungen ausgeglichen sind und
Lieferungen garantiert werden, ist der Einsatz eines professionellen
Planungstools notwendig.
Bis vor einigen Jahren agierte Dole
schwerpunktmäßig als Importeur mit dem Hafen als Endpunkt der
Vermarktung. Großhandelsorganisationen sorgten für Vertrieb und
Distribution. Dieses Geschäftsmodell hat sich aber mit der Bündelung
der Nachfrage im Einzelhandel geändert. Heute agiert Dole als
Vermarktungsunternehmen und liefert die Produkte – Dole unterhält
weltweit die größte Kühlschiffflotte – nach Europa über die
Eingangshäfen Antwerpen, Rotterdam oder Hamburg bis zum jeweiligen
Distributionszentrum des Einzelhandels. Von dort übernehmen die Kunden
die Weiterverteilung in die Supermärkte und Geschäfte.
Wegen
dieser strukturellen Veränderungen im Markt setzt Dole weltweit das
Enterprise- Resource- Planning(ERP)-System World von J.D.Edwards ein,
das 2001 auch bei Dole Fresh Fruits in Hamburg erfolgreich eingeführt
wurde.
Anforderungen für ein Spot Market Business
„Die Anforderung, darüber hinaus noch in spezielle Software zu
investieren, ergab sich aus den Bedingungen des Obst- und Gemüsemarktes
– ein Spot Market Business, bei dem die naturabhängig stark steigenden
beziehungsweise fallenden Preise sowie die nicht immer kalkulierbaren
Angebotsmengen in den Griff zu bekommen waren“, beschreibt Torsten
Spill, Sales Manager bei Dole Fresh Fruit Europe die Ausgangssituation
in der Hamburger Niederlassung.
In Nordeuropa bedient Dole
rund 400 Kunden mit knapp 1000 Lieferstellen. An Kundenwünschen ist
alles vorhanden: Von kurzfristigen Anfragen nach Verfügbarkeit der Ware
heute oder zu einem späteren Zeitpunkt bis hin zu langfristigen
Geschäften mit einzelnen Artikeln, bei denen Dole eine
Jahresverpflichtung an Liefermenge hat. Das System muss also das
gesamte Spektrum der Handelsanforderungen abbilden und handhaben
können: Eine auf Basis der Jahreskontrakte geplante und abzuwickelnde
Menge ebenso wie das Tagesgeschäft mit großen und kleinen Mengen wie
Einzelpaletten oder gar Einzelkartons.
Am Anfang steht wie immer Excel ...
Die Informationstechnologie bei Dole war diesen speziellen logistischen
Planungs-anforderungen nicht gewachsen. Die Planung der Distribution
war über Excel-Spreadsheets sehr aufwändig und zeitintensiv, ein
verlässlicher Planungsinput war nur sehr schwer zu generieren. Die
Mitarbeiter mussten die für ihre tägliche Arbeit wichtigen
Informationen daher erst langwierig aufbereiten. Spill: „Dieser Vorgang
war natürlich sehr fehleranfällig. Die Informationen waren teilweise
nicht aktuell, teilweise redundant und nicht homogen. Für die gesamte
rollierende Absatzplanung war ein zu hoher manueller Aufwand
erforderlich. Diese Informationsverarbeitung erhöhte zudem die
Prozesskosten und führte zu sehr langen Reaktionszeiten auf
Marktveränderungen.
Um dem ein Ende zu bereiten und die
Entscheidungssicherheit im Warengeschäft zu gewährleisten, haben wir
ein grundlegend neues Planungskonzept initiiert, das sämtliche Dole-
Spezifika berücksichtigte.“ Die Verantwortlichen bei Dole suchten daher
im Herbst 2001 nach einem besseren System. Anbieter wie J.D. Edwards
offerieren zwar interessante Ansätze, aber: „Die Planungstools in deren
Standard-Paketen sind für unser Unternehmen zu komplex und unflexibel
und bedeuteten eine zu große Herausforderung bei der Implementierung
und Anpassung an unsere Erfordernisse“, so Spill.
... am Ende war es SMC
Ende 2001 fiel die Auswahlentscheidung zugunsten der Systemlösung Sales
and Marketing Controlling SMC von MAcS. SMC basiert auf einer
integrierten Datenbank, die es ohne Programmierung erlaubt,
Planungsdaten zu verwalten, zu analysieren und darzustellen. Aufgrund
seiner Bedienerfreundlichkeit sind die Kosten für die Ausbildung der
Mitarbeiter und die Wartung der Anwendung gering. Die Implementierung
wurde nach sechs Wochen am 1. April 2002 abgeschlossen.
Die
hohe Anzahl von planungsrelevanten Artikeln und Artikelgruppen sowie
die leichte Verderblichkeit der Ware stellten spezielle Anforderungen
an das Planungsmodell. Der Planungsprozess bei SMC ist dabei so
gestaltet, dass aufgrund strategischer Vorgaben (Top-Down der
Lieferverpflichtungen) ein Abgleich mit den Einschätzungen der
Fruchthändler (Bottom-Up der erwarteten Erntemengen) vorgenommen werden
kann. Bei SMC kann man auf jeder gewünschten Hierarchiestufe Plandaten
eingeben oder Auswertungen (Reports) abrufen. Für die Bottom-Up-Planung
kann es etwa erforderlich sein, für bestimmte Produkte auf der
untersten Ebene die Preise und Mengen zu beplanen.
Wöchentliches Update
Durch die Aufbereitung der Stamm- und Bewegungsdaten der vergangenen
Jahre konnte die Dole-Kernforderung, Vergangenheitswissen für die
Planung nutzbar zu machen, erfüllt werden. Mit Hilfe der intelligenten
Kopierfunktion per Mausklick kann ein „Planungs-Rohling“ erstellt
werden, in den die Vorjahresdaten in die Planmaske kopiert werden. Die
Ist-Daten des Vorjahres werden so als Basis für die analytische Planung
herangezogen.
Auf die gleiche Art können auch beliebig viele
Ergebnis-Simulationen erstellt werden, so etwa bei unerwarteten
Ernteausfällen durch Klimaeinflüsse (führt zu Preiserhöhungen) oder
umgekehrt, wenn die Ernte überreich ausgefallen ist (führt zu
Preisnachlässen für Sonderaktionen des Handels).
Bei Dole
wird auf Basis der Vorjahreserfahrungen wöchentlich ein
Planungsdurchlauf gestartet und die Ernteschätzungen der verschiedenen
Produktionsstandorte in Übersee in den nächsten sechs his acht Wochen
sowie die normale Verschiffungszeit von circa zwölf bis 18 Tagen
mengenbezogen auf die Kunden herunter gebrochen. Diese
Planinformationen werden täglich an die Disposition übergeben und
ermöglichen dem Fruchthändler, einen tagesgenauen Auslieferungsplan zu
erstellen.
Dazu Sales Manager Spill: „Durch die Integration
von Umsatzplanung, vertrieblicher Absatzplanung und logistischer
Mengenplanung in einem Planungsmodell lässt sich schon jetzt erkennen,
dass es allein durch die Zeitersparnis für Aufbereitung und Verteilung
der Lieferdaten sowie die Bewertung der Absatzprognosen und die
Simulation von Veränderungen und Risiken einen positiven
Return-on-Investment gibt. Die Projektkosten haben sich bereits zum
großen Teil amortisiert – dabei haben wir den qualitativen Aspekt in
unserer Kundenbetreuung noch gar nicht bewertet: Die Integration der
bislang voneinander losgelösten Planungen in einem Planungsmodell
bringt Planungssicherheit, Schnelligkeit und Effizienz und somit
größere Kundenzufriedenheit.“
Volker A. Holzapfel
